von Karsten Horn

2024

800 und 80

Am Martinstag des Jahres 1224 kamen die ersten sieben Franziskanerbrüder in Erfurt an. Wenige Jahre später errichteten sie ihr Kloster am Ufer der Gera. Dort entfalteten sie ein prägendes Wirken für die aufstrebende Stadtgesellschaft und gewannen die Reputation der gesamten Stadtbevölkerung. Ihre Tätigkeit richtete sich nicht allein auf die Sorge für das Seelenheil und die Predigt. Mit der Pflege der Armen und Kranken legten sie einen Grundstein moderner Sozialfürsorge. Ihre Barfüßerschule zur Ausbildung des Ordensnachwuchses war einer der Grundpfeiler der Erfurter Hochschultradition. Im Ideal der Armut und dem unbedingten Bekenntnis zur Bewahrung der Schöpfung liegen die Anfänge heutiger Umweltpolitik.
Mit der Reformation kam das Klosterleben zum Erliegen. Die evangelische Barfüßergemeinde und andere städtische Einrichtungen aber führten das von den Franziskanern Begonnene fort.
Das sichtbare Zeichen franziskanischen Wirkens – die Barfüßerkirche – prägte über Jahrhunderte das Bild der Stadt Erfurt. Ein Bombentreffer zerstörte am 27. November 1944 ihr Langhaus.

Im Frühjahr 2022 ergriffen wir die Initiative, beide Anlässe 2024 gebührend zu würdigen. Gemeinsam mit der Kulturdirektion und den Erfurter Museen werden eine Ausstellung und ein Festprogramm vorbereitet.

Die Schirmherrschaft für das Vorhaben übernahm im Mai 2022 Oberbürgermeister Andreas Bausewein.